Konjunkturelle Entwicklung in Niederbayern

Konjunktur zu Jahresbeginn 2026: Wenig Hoffnung auf den Aufschwung

Auf einen Blick

  • Geschäftslage stabil, Erwartungen deutlich verschlechtert
  • Investitionspläne wieder negativ
  • Auslandsinvestitionen nehmen zu
  • Beschäftigungspläne klar rückläufig
  • Inlandsnachfrage weiterhin größter Risikofaktor
  • Arbeitskosten rücken stärker in den Fokus
  • Sicherheits- und Verteidigungswirtschaft gewinnt an Bedeutung

J=Jahresbeginn, F=Frühjahr, H=Herbst
Im IHK-Konjunkturklimaindikator werden die aktuelle Lage und die Geschäftserwartungen verrechnet. Der Wert bildet die Stimmung in der Wirtschaft ab.

Aktuelle Konjunkturentwicklung im IHK-Bezirk Niederbayern

Nach einer kurzen Zwischenbelebung im Herbst vergangenen Jahres erleidet die niederbayerische Wirtschaft zu Beginn des neuen Jahres einen neuen Rückschlag. Der Konjunkturklimaindikator, der die aktuelle Lage und die Erwartungen für die Zukunft miteinander verknüpft, verschlechtert sich von 107,5 auf 103,1 Punkte und liegt damit erneut weit unter seinem langjährigen Durchschnitt. Zwar bleibt die Geschäftslage weitgehend stabil, doch die Erwartungen für die kommenden zwölf Monate gehen deutlich zurück. Die Hoffnung auf einen Aufschwung schwindet.

Während die Investitionsausgaben von Bund und Ländern steigen, hält die Investitionsschwäche der Wirtschaft an. Nach einer vorübergehenden Aufhellung zum Jahresende rutschen die Investitionspläne der Unternehmen wieder in den negativen Bereich: Mehr Betriebe wollen jetzt ihre Investitionen kürzen. Allerdings nehmen die Auslandsinvestitionen weiter zu. Als Zielregion dominiert die Eurozone. In die Vereinigten Staaten fließen weniger Mittel als im vergangenen Jahr, zugleich wachsen die Investitionen in Ländern des asiatisch-pazifischen Raums außerhalb Chinas.

Die Beschäftigungspläne der Betriebe gehen ebenfalls weiter zurück und erreichen einen neuen Tiefstand. Lediglich zehn Prozent der Befragten gehen noch von einer steigenden Mitarbeiterzahl aus, nahezu jeder vierte erwartet hingegen eine Abnahme. Schlechter waren die Aussichten in den vergangenen 15 Jahren nur im Frühjahr 2020, direkt nach dem Corona-Schock. Besonders betroffen ist die Industrie. In dieser Branche rechnen 31 Prozent der Unternehmen mit einem Rückgang der Beschäftigung. Im Saldo positiv sind die Beschäftigungspläne lediglich im Tourismus, allerdings erwarten auch dort 14 Prozent der Betriebe eine sinkende Beschäftigung.

Bei den Risiken für die weitere wirtschaftliche Entwicklung bleibt die Rangfolge unverändert: An der Spitze steht weiterhin die Sorge um die Inlandsnachfrage, gefolgt von Arbeitskosten, wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen und Fachkräftemangel. Die Unterschiede zwischen den Branchen fallen dabei weniger stark aus als früher.

In mehreren Zusatzfragen konnten sich speziell die Industrieunternehmen zu ihren Aktivitäten im Bereich Sicherheit und Verteidigung äußern. Neun von 115 Teilnehmern gaben an, selbst militärische Produkte herzustellen. In der Produktion von Dual-Use-Gütern – also Erzeugnissen, die sowohl militärisch als auch zivil nutzbar sind – sind 14 Unternehmen aktiv. Als Zulieferer für Hersteller militärischer oder Dual-Use-Produkte treten 19 Befragte auf. Weitere 29 Unternehmen können sich einen Einstieg in den Markt für Verteidigungsgüter vorstellen. Die Bedeutung der Sicherheits- und Verteidigungswirtschaft dürfte im Zuge der geplanten Stärkung der Bundeswehr weiter zunehmen.

Die Geschäftslage bleibt stabil, aber die Erwartungen haben sich deutlich verschlechtert

Bei den Risiken für die wirtschaftliche Entwicklung bleibt die Rangfolge unverändert

Im Blickpunkt: Wie hängen die Antworten zusammen?

  • Die Korrelationsmatrix (Basis: Spearman-Rangkorrelation) zeigt, wie eng die Antworten auf verschiedene Fragen miteinander verknüpft sind. Ein Korrelationswert kann zwischen -1 und +1 liegen: Positive Werte bedeuten, dass zwei Größen meist gemeinsam steigen oder fallen, negative Werte weisen auf gegenläufige Entwicklungen hin. Ein Wert nahe null signalisiert, dass kaum ein Zusammenhang besteht.
  • Auffällig ist erstens, dass Inlands- und Auslandsinvestitionen kaum miteinander korrelieren – die Investitionsentscheidungen werden also offenbar weitgehend getrennt voneinander getroffen. Zweitens besteht zwischen den Auslandsinvestitionen und den inländischen Beschäftigungsplänen ein (schwach) negativer Zusammenhang. Zunehmende Investitionen im Ausland gehen also in der Tendenz mit einem Rückgang der Beschäftigung im Inland einher. Drittens zeigen die aktuelle Geschäftslage und die Kapazitätsauslastung einen sehr engen Gleichlauf.

Artikelnr: 232197